Aussicht auf die nächste Veeam-Generation

Mein Lieblings-Backup-Produkt Veeam kommt nächstens in der Version 10 auf den Markt. Da ich leider noch keine Produktfotos zeigen darf, will ich euch schon mal einen kleinen Vorgeschmack bringen.

Veeam, seit Jahren spezialisiert auf die Sicherung von virtuellen Umgebungen, hat ja schon vor längerer Zeit damit begonnen, neben dem reinen Backup weitere Features zu integrieren.

Sicherung physischer Server

Dieses Jahr kamen z.B. die Agents für Windows und Linux auf den Markt, die es mir ermöglichen, physische Server zu sichern. Der Marathon um den physischen Backup begann jedoch mit dem «Veeam Endpoint Backup», der auf Endbenutzergeräte ausgelegt ist.

Der Agent kann sich in Veeam integrieren und die Daten in ein Backup Repository von Veeam sichern. Das Problem jedoch war, dass kein zentrales Management in der Veeam-B&R-Konsole möglich war. Dies wird sich in naher Zukunft ändern. Das Management für physische Backups wird in die Veeam-Konsole integriert, um die Komplexität des Managements zu verkleinern.

FileShare – Backup

Bei vielen Kunden hatte ich schon das Problem, dass neben den VMs und physischen Geräten irgendwo noch ein Filer vorhanden war. Erst letztens hatte ich wieder eine Anfrage dazu, wie man mit Veeam einen Share von einigen TB sichern könnte, der sich auf einem NetApp-Device befindet.

Es wird eine Integration für SMB- und NFS-Backups geben 😉 Dabei wird es nicht zwingend ein Backup aufs Repository sein, sondern eher eine Art Versionierung durch Veeam mit definierter Aufbewahrungszeit. Diese wird auch einen Restore auf einen anderen Standort gewähren.

Scale-Out Backup Repository (SOBR) – Archive Tier

Eines meiner Lieblingsfeatures der letzten Veeam Releases stellt das Scale Out Backup Repository dar. Es ermöglicht mir, ein «virtuelles» Backup Repository zu definieren und im Hintergrund auf mehrere Extends zu verteilen. Durch Policies kann ich entscheiden, welche Art von Backup auf welchem «Extend» landet. Falls ein Extend offline oder voll ist, kann ich einen automatischen Wechsel und ein Vollbackup einleiten lassen.

veeam 10

Neu wird es einen einen Archive Tier geben. Dieser wird es einem ermöglichen, Daten auf beliebigen Speichermedien und Datenträgern zu archivieren. Mit Hilfe von Datenrichtlinien können die «ältesten» Daten vollautomatisiert aus dem Primärspeicher in den «Archivspeicher» verschoben werden. Es wird eine direkte Integration von Object-Storage Cloud-Lösungen namhafter Hersteller geben.

Veeam für AWS Workloads

Zwei meiner Lieblingshersteller in einem! 😊 Könnt ihr euch vorstellen, wie gespannt ich auf diese Lösung bin? Veeam hat ja schon Luft geschnuppert im Backup von Cloud Workloads mit der Office-365-Backup-Lösung. Neu wird es eine Agentless-Lösung geben, um AWS Workloads mit Veeam zu schützen. Was genau das heisst, werde ich hoffentlich am Veeam V10 Release Event bei Digicomp zeigen können. (aktuelle Events unter www.digicomp.ch/events)

Universal Storage Integration API

Eine häufige Frage von Kunden und Teilnehmern ist, welches der nächste Storage-Hersteller sein wird, der von Veeam integriert wird. Veeam hat jetzt eine Schnittstelle geschrieben, die es jedem Storage-Hersteller ermöglicht, eine Integration in Veeam zu realisieren! Somit kann jeder Storage-Hersteller Veeam ermöglichen, Storage Snapshots zu erstellen und wieder aufzulösen. Die ersten Hersteller sind IBM Spectrum Virtualize (IBM SAN Volume Controller (SVC) und die IBM Storwize Familie), Lenovo Storage V Series und INFINIDAT.

Erweiterungen für Enterprise-Kunden

Oracle RMAN Backups können nun transparent in Veeam Backup Repositories gestreamt werden und dadurch über das Veeam User Interface wiederhergestellt werden.

Der Self-Service Backup und Restore-Dienst von Veeam wird um die Möglichkeit erweitert, die Berechtigungen vom vCenter zu übernehmen. Somit entfällt eine doppelte Konfiguration von Berechtigungen.

Neben den zwei Erweiterungen von bestehenden Services, wird Veeam Anfang nächsten Jahres noch eine Integration für IBM AIX und Oracle Solaris auf den Markt bringen. Dies wird Veeam mit einer Partnerschaft mit Cristie Software bewältigen, der ein bekannter Player auf diesem Gebiet ist. Dadurch wird die Veeam Availability Platform noch «mächtiger»!

Erweiterungen für Service-Provider

Die lieben «Service-Provider» hat Veeam auch nicht vergessen. Mit einer neuen Erweiterung für die DRaaS-(Disaster-Recovery-as-a-Service)-Lösung, können Service Provider ihren Kunden helfen, die Wiederherstellung sehr einfach zu gestalten und die Wiederherstellungszeiten zu verkürzen. Es wird eine Integration für Veeam-Cloud Connect Replication, Tape-as-a-Service (TaaS) für Veeam Cloud Connect Backups und eine Integration in vCloud-Director geben.

Fazit

Wenn viele meinen, Veeam habe den Zenit an Möglichkeiten erreicht, legt Veeam immer wieder einen drauf. Die bereits bekannten und zur Kommunikation freigegeben Neuerungen sind aber faszinierend! Seien wir gespannt, was da noch kommen wird. Wie immer, werde ich in der Digicomp einen Veeam V10 Launch Event durchführen. Behalten Sie also die Events bei Digicomp im Auge.

Rinon Belegu

Bereits während seiner Ausbildung zum Informatiker Systemtechnik hat sich Rinon Belegu konsequent mit den neusten Technologien von Microsoft und VEEAM auseinandergesetzt und sich unter anderem als einer der ersten Personen in der Schweiz als MCSE 2012 Private Cloud zertifiziert. Seine Spezialität sind Virtualisierung und System Center, wobei er auch auf die Backup-Problematik stiess. Hier hat er bereits einige Projekte mit VEEAM umgesetzt. Sein umfangreiches Wissen gibt er heute einerseits in verschiedensten Kundenprojekten, andererseits als MCT (Microsoft), VMCT (Veeam) und als erster AWS Certified Instructor weiter.

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