6 Tipps zum Speichern in Illustrator

Man sollte meinen, dass das Speichern einer Datei einfach ist, schliesslich gehört das zu den ersten Dingen, die man lernen muss. Tatsächlich gehört das Speichern in Illustrator zu den Vorgängen, bei denen man viel zu viele Fehler machen kann. Deswegen ist es nützlich, die gefährlichsten Fehlerquellen zu kennen.

Native Dateien

Mit dem Befehl Speichern unter speichert man native Dateiformate, das heisst, Dateiformate, die eine vollständige Bearbeitung beim erneuten Öffnen ermöglichen. Warum finden sich dann aber in dem Menü auch die Formate PDF, EPS oder SVG? Sie sind nicht nativ.

Illustrator kann in diese Formate seine eigenen Daten als »private data fork« hineinschreiben, sofern die entsprechenden Optionen aktiv sind. Die erkennt man bei PDF und SVG sehr leicht an Illustrator-Bearbeitungsfunktionen beibehalten. Beim EPS gibt es sie auch, dazu gleich mehr.

Öffnet man eine solche Datei wieder in Illustrator, dann erkennt und öffnet Illustrator die privaten Daten und alle anderen Programme arbeiten mit dem EPS, PDF oder SVG. Das Verfahren verdoppelt natürlich die Dateigrösse und wenn Sie die Datei mit einer niedrigeren Illustrator-Version öffnen, dann gibt es eine Fehlermeldung.

Dateien in Illustrator
Abbildung: Dateien in Illustrator

EPS

EPS ist ein veraltetes Dateiformat. Zum letzten Mal wurde es Ende des letzten Jahrtausends aktualisiert. Warum gibt es dann im EPS-Optionen-Dialog ein EPS CC2018?

Mit diesem Menü bestimmen Sie nicht die EPS-Version – alle EPS sind EPS-Version 3. Aus dem Menü wird die Illustrator-Version ausgewählt, mit der die eingebettete AI-Datei kompatibel sein soll. Beim Öffnen in Illustrator täuscht uns das EPS dann erneut: Es wird natürlich nicht das EPS, sondern die eingebettete AI-Datei geöffnet. Deswegen kommt man dann auf die Idee, dass EPS doch gar nicht so problematisch ist, schliesslich ist Transparenz in der Datei erhalten geblieben. Das eigentliche EPS sehen aber nur die anderen Leute.

Abbildung: EPS-Optionen
Abbildung: EPS-Optionen

Alte Datei

Warum sind in manchen Datei plötzlich Schlagschatten in Pixel umgewandelt und in anderen nicht?

Illustrator hat eine unangenehme Angewohnheit: Es speichert immer in die ursprüngliche Dateiversion. Öffnet man eine uralte Datei aus dem Archiv, bearbeitet sie und verwendet dann einfach Datei > Speichern, dann wird in die alte Version gespeichert. Da die alte Version manche Funktionen nicht versteht, werden die entsprechenden Objekte umgewandelt. Das betrifft Schlagschatten immer dann, wenn man unter die Version CS6 speichert.

Manchmal sieht man noch eine Fehlermeldung. Glück gehabt. Wer die Meldung nicht sieht, sollte sofort unter Voreinstellungen > Allgemein alle Fehlermeldungen zurücksetzen.

Und ganz wichtig: Alte Dateien immer mit Speichern unter speichern.

Abbildung: Warnung
Abbildung: Warnung

Kaputte Dateien

Meine Illustrator-Datei ist kaputt. Wie kann ich noch etwas retten?

Wenn Illustrator eine AI-Datei nicht mehr öffnen kann, dann kann man folgendes probieren: Erstellen Sie eine neue Illustrator-Datei und platzieren Sie die kaputte AI-Datei darin (mit der Option Einbetten). Durch diesen Schritt greifen Sie auf das in Illustrator-Dateien meistens eingebettete PDF zurück. Das funktioniert natürlich nur, wenn Sie diese Option beim Speichern nicht deaktiviert hatten.

Verloren gehen dabei Effekte, Pinsel und alles, was sonst noch «live» ist: Ebenen, Flächentexte sowie alles, was ausserhalb von Zeichenflächen lag.

SVG

Warum sind die Formen in meinem SVG total verändert, wenn ich es wieder in Illustrator öffne?

SVG wird zwar unter den nativen Dateiformaten aufgelistet, mit seinen Standardeinstellungen ist es aber unter keinen Umständen als Arbeitsdatei geeignet. Standardmässig ist in einem SVG die Option Illustrator-Bearbeitbarkeit deaktiviert – was aufgrund der Dateigrösse verständlich ist. Standardmässig ist der Wert Dezimalstellen (der die Genauigkeit der Positionen von Punkten und Griffen definiert) viel zu niedrig. Die Punkte müssen sich also verschieben.

SVG sollte in Illustrator ein reines Exportformat sein. Es ist für den Roundtrip, also Speichern > in anderen Programmen noch weiterbearbeiten > Veröffentlichen > In Illustrator weiterbearbeiten nicht geeignet. Nicht nur wegen der bereits erwähnten Punkte, sondern auch, weil Änderungen, die in anderen Programmen hinzugefügt wurden, wie etwa das Bearbeiten der Styling-Informationen, beim erneuten Öffnen in Illustrator verlorengehen.

Abbildung: SVG-Optionen
Abbildung: SVG-Optionen

PDF öffnen

Warum sind keine Ebenen vorhanden, wenn ich ein PDF öffne? Und warum sind Texte teilweise umgewandelt?

PDF ist kein natives Dateiformat von Illustrator. PDF war eigentlich nie für die Grafikbearbeitung gedacht, sondern lediglich zur Präsentation und zum Kommentieren von Dokumenten. Sehr viele Programme können inzwischen PDFs schreiben und darin Daten unterbringen, die Illustrator überhaupt nicht oder ganz anders versteht. Darüber hinaus ist das Dateiformat PDF nicht einmal mehr komplett in den Händen von Adobe, da es standardisiert ist.

Besitzt ein PDF keinen eingebetteten Illustrator-Data-Fork, dann interpretiert Illustrator die im PDF enthaltenen Daten und konvertiert sie in sein eigenes Objektmodell. PDF-Ebenen sind nicht gleichwertig zu Illustrator-Ebenen. Man kann also in der Not Fremd-PDFs in Illustrator bearbeiten, wenn keine andere Datenquelle vorhanden ist, aber es sollte nicht Teil eines regulären Workflows sein.

Die teilweise in Pfade umgewandelten Texte entstehen übrigens, wenn im Erstellungsprogramm Ligaturen verwendet wurden.

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Monika Gause

Monika Gause ist Kommunikationsdesignerin mit Erfahrung in Print, Web und Multimedia, Lehrbeauftragte für Layout/Typografie an der Universität Lüneburg, Illustrator-Trainerin für verschiedene Anbieter und Autorin von zahlreichen umfassenden Handbüchern zu Illustrator von der Version CS2 bis hin zur Version CC. Ausserdem ist sie eine der Autorinnen von «Creative Aktuell» aus dem Verlag Mensch und Medien. 

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