«An der Schnittstelle zwischen KMU und Kunde besteht der grösste digitale Nachholbedarf»

Logo Education DigitalDie Standortdinitiative für digitale Innovation «DigitalZurich2025» wird nach einer sehr erfolgreichen Startphase auf die ganze Schweiz ausgeweitet und in diesem Zuge umbenannt in «digitalswitzerland». Am 16. September 2016 wurde «Education Digital» lanciert – eine Webplattform, die relevante Aus- und Weiterbildungen rund um das Thema Digital vereinigt. Digicomp ist mit dabei!

Wir haben mit Sunnie Groeneveld, Managing Director von digitalswitzerland, über die neue Aus- und Weiterbildungsplattform gesprochen.

Frau Groeneveld, welches sind die Hauptanliegen von Education Digital?

Sunnie Groeneveld: In der digitalen Transformation ist für den Wirtschaftsstandort Schweiz wichtig, dass wir den Menschen, die bereits im Beruf stehen, digitales Know-how vermitteln. Deshalb haben die über 30 Partner der Standortinitiative digitalswitzerland EducationDigital.ch, eine Suchmaschine für Aus- und Weiterbildungen im Bereich Digital, ins Leben gerufen.

Wie haben Sie Ihre Partner ausgewählt?

Wir haben eng mit dem Center for Digital Business der HWZ Hochschule für Wirtschaft zusammengearbeitet, welches eine Auslegeordnung von Aus- und Weiterbildungsangeboten im Bereich Digital für uns erstellt hat. Am 16.9.2016 haben wir die Education Digital Plattform mit über 20 Anbietern lanciert und sind nun daran, die Plattform national weiter auszubauen. Es werden in naher Zukunft also noch weitere Partner dazu kommen.

Wen spricht die Plattform Education Digital an?

EducationDigital.ch ist eine nicht-kommerzielle Plattform, die sich an Privatpersonen, Geschäfts- und Personalleitungen richtet. Sie gibt Interessenten eine einfache Übersicht zu den vielen Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten rund um «Digital» und beinhaltet über 250 Kursangebote, darunter von so renommierten Anbietern wie ETH Zürich, Digicomp, Universität St. Gallen und Migros Klubschule.

Was sind Ihrer Meinung nach aktuell die Hauptschulungsbereiche aufgrund der Digitalisierung? Gibt es überhaupt Schwerpunkte?

Die Digitalisierung betrifft alle Wirtschaftssektoren, deswegen wurde digitalswitzerland auch als industrieübergreifende Initiative gegründet. Wenn ich aber einen Schwerpunkt nennen müsste, dann wäre es die digitale Interaktion mit dem Kunden. Hier, an der Schnittstelle zwischen KMU und Kunde, besteht derzeit der grösste digitale Nachholbedarf. Dies hat auch eine aktuelle Studie von PwC, Google Schweiz und digitalswitzerland aufgezeigt. Nur ein Bespiel: Bedienungsanleitungen werden künftig nicht mehr aus ­ellenlangen Beschreibungen bestehen, sondern zunehmend aus einem Video, das vom Internet heruntergeladen und auf dem Smartphone angeschaut wird.

Welches sind die Zielgruppen, die am meisten betroffen sind?

Gemäss der Studie von PwC weisen KMU im Bereich der Telekommunikation und der Medien den höchsten Digitalisierungsgrad auf, auch die Detailhandelsunternehmen scheinen aufgrund der stetig wachsenden Onlineangebote aufzurüsten. Geringer ausgereift ist die Digitalisierung im Finanzdienstleistungssektor sowie in KMU aus den Bereichen Energie und Versorgung und aus dem Gesundheitswesen.

Was würden Sie sich wünschen, wenn Sie 2025 zurückblicken?
Dass die Schweiz als Innovationsstandort die Digitialisierung aktiv mitgestaltet und es dabei geschafft hat, den Menschen (und nicht die Maschine) in den Mittelpunkt der digitalen Transformation zu stellen.

Vielen Dank, Frau Groeneveld, für dieses Interview!

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